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Otto Weidt

  Otto Weidt
1883-1947

Ein tapferer Blinder und Judenfreund und Verteidiger blinder und gehörloser Juden im Dritten Reich


Otto Weidt wächst in ärmlichen Verhältnissen als Sohn eines Tapezierers in Rostock auf und erlernt das Handwerk seines Vaters. Die Familie zieht nach Berlin. Otto Weidt heiratet 1913 die gebürtige Berlinerin Marta Koniecny, mit der er zwei Söhne hat. Im Ersten Weltkrieg gelingt es dem überzeugten Pazifisten, sich aufgrund eines Ohrenleidens dem Dienst an der Waffe zu entziehen. Otto Weidt wird als Sanitäter eingesetzt.

Seine Bemühungen, sich als Dekorateur in Berlin zu etablieren, scheitern. Nach seiner fast vollständigen Erblindung wird er Bürstenmacher und eröffnet 1936 eine Werkstatt. Im selben Jahr heiratet er die 1902 geborene Else Nast, die ihn auch später bei seinen Hilfsaktionen unterstützt.

Otto Weidt ist entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Ab 1939 beschäftigt er in seiner Bürstenmacherei hauptsächlich blinde Jüdinnen und Juden. Er tut alles, um ihnen das Leben unter dem nationalsozialistischen Regime zu erleichtern, berät sie, versorgt sie mit Nahrungsmitteln und schützt sie mit dem Hinweis nur mit Ihrer Hilfe Aufträge der Wehrmacht erfüllen zu können, längere Zeit vor der Deportation. Otto Weidt organisiert Verstecke für verfolgte Juden und versucht, sie mit List und Bestechungen vor der Deportation zu bewahren. So rettet er vielen Menschen das Leben; ihre genaue Zahl ist unbekannt.

Nach dem Krieg unterstützt Otto Weidt den Aufbau eines jüdischen Kinder- und Altersheimes in Berlin-Niederschönhausen, bis er im Dezember 1947 im Alter von 64 Jahren stirbt.

Die bekannteste von ihm versteckte Jüdin ist die Schriftstellerin Inge Deutschkron. Mit dem Leben von Inge Deutschkron und ihrer Rettung durch Otto Weidt, befasst sich das Schauspiel „ Ab heute heißt du Sara“.

In der Blindenwerkstatt Otto Weidt, Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt
in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Rosenthaler Straße 39, Erster Hof, linker Aufgang, 10178 Berlin, erinnert seit 1999 inzwischen ein Museum an seinen Einsatz für Jüdinnen und Juden.

 

  

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